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7. JanuarDas meiste, was wir sagen und tun, ist nicht notwendig. Wer es weglässt, hat mehr Ruhe und weniger Mühe. Darum frage dich bei jedem Ding: Gehört dies zum Notwendigen? — und lass nicht nur unnötige Handlungen weg, sondern auch unnötige Vorstellungen: Dann folgen ihnen auch keine überflüssigen Taten. 18. JanuarAlles, was geschieht, ist entweder erträglich oder unerträglich. Ist es erträglich, so trage es und höre auf zu murren. Ist es unerträglich, so murre auch nicht — es endet von selbst. Bedenke nur: Erträglich wird vieles, sobald die Meinung es erträglich nennt. 8. AprilWas nicht in meiner Macht steht, ist nicht meine Sache. Mein ist einzig, das Rechte zu tun — und den Ausgang der grossen Ordnung zu überlassen, die mich trägt. 21. AprilVereinfache, vereinfache. Ein Mensch ist reich nach dem Maß der Dinge, die er getrost entbehren kann. 29. MaiVieles Überflüssige kannst du wegschneiden, das ganz in deiner Vorstellung liegt — und dir sogleich weiten Raum schaffen: das Weltall mit dem Gedanken umfassen, die ewige Zeit bedenken, den schnellen Wandel jedes Dings. 23. JuniTausende Dinge dringen in diesem Augenblick auf meine Sinne ein und werden doch nie Teil meines Erlebens. Warum? Weil sie mich nicht angehen. Mein Erleben ist das, worauf zu achten ich einwillige. Nur das Beachtete formt den Geist. 31. JuliErdulde die Gegenwart des Schmerzes, und du wirst sehen: Er hat ein Maß. Unerträglich macht ihn erst der Gedanke, er sei maßlos. 27. August„Lass los, was hinter dir liegt. Lass los, was vor dir liegt. Lass los, was dazwischen ist. Wer mit freiem Herzen hinübergelangt, den fassen Werden und Vergehen nicht mehr.“