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22. FebruarWen die Begierde beherrscht, den macht sie zum Narren. Der Verliebte wie der Habsüchtige dient einem Herrn, der niemals satt wird.
1. MaiWer die Sinne nicht zügelt, den zügeln sie. Das Begehren, gestillt, wird nicht satt — es wächst durch die Speise wie das Feuer durch das Öl.
14. JuliDer Moschushirsch trägt den Duft im eigenen Leib und durchstreift den Wald, ihn zu suchen. Was du draußen jagst, wohnt längst in dir.
10. AugustMach dich unabhängig von dem, was du nicht in der Hand hast. Wer wenig braucht, ist reich; wer alles begehrt, bleibt arm, und wäre die Welt sein.
16. SeptemberSelbst die heftigsten Leidenschaften gönnen uns zuweilen Ruhe. Nur die Eitelkeit lässt uns niemals in Frieden.
1. OktoberIn unserer Macht stehen Urteil, Antrieb, Begehren und Ablehnen — mit einem Wort: alles, was unser eigenes Werk ist. Nicht in unserer Macht stehen Körper, Besitz, Ansehen und Ämter.
26. OktoberWer über das Herr ist, was du begehrst oder fürchtest, der ist dein Herr. Willst du frei sein? Dann begehre und fürchte nichts, was bei anderen liegt — sonst musst du dienen.
27. OktoberWer die goldene Mitte hält, entbehrt den Schmutz verfallener Hütten und meidet den Palast, den man beneidet.
Dazu findet sich hier kein Gedanke.