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27. MärzSchlimmer als Unrecht zu leiden ist, Unrecht zu tun. Denn die Wunde des Erleidenden trifft den Leib — die des Tuenden trifft die Seele.
16. AprilWo Hass ist, lass mich Liebe bringen; wo Verletzung, Verzeihung. Denn im Geben empfangen wir, im Verzeihen wird uns verziehen.
28. MaiDas Vorurteil ist das Kind der Unwissenheit. Wir scheuen, was wir nicht kennen, verachten, was uns fremd blieb, und geben unserem Nichtsehen den würdigen Namen 'Urteil'.
3. JuliNicht der, der dich schmäht oder schlägt, misshandelt dich — sondern deine Meinung, dass er dich misshandle. Wenn dich einer reizt, wisse: Deine eigene Auffassung hat dich gereizt. Darum lass dich vor allem nicht von der Vorstellung fortreißen — gewinnst du Zeit und Aufschub, wirst du leichter Herr über dich.
14. SeptemberWie das Sandelholz noch die Axt beschenkt, die es fällt, so gibt der Edle Gutes auch dem, der ihm schadet. In der Not beugt er sich nicht, im Glück bläht er sich nicht — sein Wesen bleibt sich gleich.
22. SeptemberEiner verachtet mich? Das ist seine Sache. Meine Sache: dass ich nichts tue und sage, was Verachtung verdient. Er hasst mich? Seine Sache. Ich bleibe wohlwollend gegen jeden — bereit, ihm seinen Irrtum zu zeigen: nicht schmähend, nicht als Vorführung meiner Geduld, sondern echt und gütig.
5. OktoberDer Unwille ist uns nicht gegeben, den Menschen zu hassen, sondern dem Unrecht zu wehren. Recht gerichtet ist er ein Schutz; falsch gerichtet wird er zum Gift.
15. NovemberWer Unrecht tut, tut sich selbst Unrecht. Wer ungerecht ist, ist gegen sich selbst ungerecht: Er macht sich selbst schlecht.
Dazu findet sich hier kein Gedanke.