24. November

Nichts ist wahrhaft nützlich, was nicht zugleich recht ist; und was die Menschen verbindet, ist die Gerechtigkeit.

Cicero Von den Pflichten (frei übertragen)

Hörmodus

Nichts ist wahrhaft nützlich, was nicht zugleich recht ist; und was die Menschen verbindet, ist die Gerechtigkeit.

Cicero

Bei Menschen, die du magst, fällt Fairness kaum auf. Du teilst gerecht, weil du ohnehin teilen willst. Eine kleine Ungleichheit gleicht die Zuneigung aus, bevor jemand nachrechnet.

Schwieriger wird es bei jemandem, mit dem du bloß auskommen musst, vielleicht sogar bei einer Person, die dir eher lästig ist. Ergibt sich dort eine Gelegenheit zu einem kleinen Vorteil, wirkt er fast kostenlos. Zwischen euch scheint ja nichts zu sein, das Schaden nehmen könnte.

Vielleicht ist gerade das die einzige Verbindung, die ihr habt. Ihr müsst euch nicht verstehen und erwartet nichts voneinander außer dem einen: dass für beide dieselben Regeln gelten. Diese Erwartung ist nüchterner als Sympathie, aber sie reicht weiter. Sie verbindet dich auch mit Leuten, die du nie zum Essen einladen würdest.

Wenn du sie brichst, gewinnst du etwas und beschädigst zugleich eine Gewissheit, auf die du selbst angewiesen bist. Auch du rechnest damit, dass jemand, der dich nicht ausstehen kann, dir trotzdem nichts vorenthält.

Meistens merkst du davon nichts. Du bekommst einfach, was dir zusteht.

Anna Atkins, Gelidium corneum, Cyanotypie
Gelidium corneum · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae Mehr über Anna Atkins ›
Anna Atkins, Gelidium corneum, Cyanotypie

Gelidium corneum · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae