19. November
Die Erde ward allen gegeben, nicht den Reichen allein. Was du dem Bedürftigen gibst, schenkst du nicht — du gibst zurück.
Über die Pflichten der Diener Gottes (frei übertragen)
Hörmodus
Die Erde ward allen gegeben, nicht den Reichen allein. Was du dem Bedürftigen gibst, schenkst du nicht — du gibst zurück.
Manchmal gibst du etwas, und der Dank bleibt aus. Kein Blick, kein Wort, die Hand nimmt und zieht sich zurück. Für einen Moment ärgert dich das, und gerade dieser Ärger verrät etwas. Offenbar hattest du mit einer Antwort gerechnet, mit einer kleinen Bestätigung, dass hier etwas Gutes von dir ausgegangen ist.
Ein Geschenk stellt eine Beziehung her. Wer es annimmt, steht für einen Augenblick in deiner Schuld, und sei es nur mit einem Lächeln. Das ist meist freundlich gemeint. Wer aber oft auf Hilfe angewiesen ist, muss diese Schuld immer wieder begleichen, mit einer Dankbarkeit, die er vielleicht gerade nicht übrig hat.
Anders wäre es, wenn das, was du hergibst, nie ganz dir gehört hätte. Dann hätte der andere nichts zu danken, und du hättest bei ihm nichts gut. Dieser Gedanke ist schwer auszuhalten, weil er auch dein Verdienst berührt: die Arbeit, die Umsicht und das Glück, das du lieber nicht Glück nennen würdest.
Beim nächsten Mal bleibt der Dank vielleicht wieder aus. Du merkst, dass du noch immer auf ihn wartest.