13. November
Das Leben ist kurz, und uns bleibt nicht viel Zeit, die Herzen derer zu erfreuen, die mit uns den Weg gehen. Darum sei rasch zu lieben, eile, gütig zu sein – heute, an diesem einen Tag, der dir gehört.
Journal intime (frei übertragen)
Hörmodus
Das Leben ist kurz, und uns bleibt nicht viel Zeit, die Herzen derer zu erfreuen, die mit uns den Weg gehen. Darum sei rasch zu lieben, eile, gütig zu sein – heute, an diesem einen Tag, der dir gehört.
Freundlichkeit wird selten aus Gleichgültigkeit aufgeschoben. Häufiger liegt es daran, dass du ihr eine angemessene Form geben willst. Der Dank soll nicht beiläufig klingen, die Entschuldigung nicht zu knapp und das Lob nicht wie eine Höflichkeit. Also wartest du auf einen ruhigeren Moment, auf die richtigen Worte und auf eine Gelegenheit, die dem Gefühl gerecht wird.
Dieser Anspruch ist nicht falsch. Er zeigt, dass dir etwas wichtig ist. Mit der Zeit verschiebt er aber das Gewicht. Je länger du nach der passenden Form suchst, desto mehr wird die Geste zu einer Aufgabe, die du gut erledigen möchtest. Ob sie dem anderen jetzt zugutekommt, tritt dabei in den Hintergrund.
Von deiner Sorgfalt bekommt der andere nichts mit. Bei ihm kommt nur an, was du tatsächlich sagst oder tust. Solange du noch feilst, ist das nichts.
Ein rasch gesagter Satz gerät vielleicht ungeschickt. Er kommt an einem unpassenden Abend oder ist zu knapp oder zu groß. Womöglich fragst du später nach, wie er angekommen ist, und erklärst dich noch einmal.
Dann seid ihr bereits im Gespräch.