1. November
Das Gute des Menschen liegt im eigenen Willen — und ebenso das Übel. Alles andere geht uns im Grunde nichts an.
Unterredungen (frei übertragen)
Hörmodus
Das Gute des Menschen liegt im eigenen Willen — und ebenso das Übel. Alles andere geht uns im Grunde nichts an.
Eine Grenze zwischen dem, was bei dir liegt, und dem, was nicht bei dir liegt, wirkt zunächst wie eine Entlastung. Der Zug fällt aus, eine Bewerbung wird abgelehnt, jemand versteht dich falsch. Das sind Ereignisse, keine Urteile über dich. Du darfst sie zur Seite legen.
Schwieriger wird es, wenn du dieselbe Grenze an einem guten Tag ziehst. Die Zusage kommt, ein Text gefällt, jemand bedankt sich überschwänglich. Auch davon liegt vieles außerhalb deiner Hand: wer gerade las, welche Stimmung herrschte, wer sonst noch im Rennen war. Eine Grenze, die nur gilt, solange sie dich schont, ist keine.
Was dann übrig bleibt, wirkt karg. Die Sorgfalt, mit der du geschrieben hast. Ob du ehrlich warst, als es dich etwas kostete. Daran lässt sich wenig feiern, und es wird auch selten bemerkt.
Allerdings kann dir das auch kein Absagebrief nehmen. Und wenn die nächste Zusage kommt, freust du dich vielleicht trotzdem, ein wenig unvernünftig, über etwas, das dir nicht ganz gehört.