22. Oktober
Was deine eigenen Hände wirken, das ist dein und keines andern. Um die Gunst der Menge sorge nicht, noch um das Wort, das über dich fällt — sie sind Wind. Halte, was du selbst geschaffen hast.
Die Edda — Hávamál (frei übertragen)
Hörmodus
Was deine eigenen Hände wirken, das ist dein und keines andern. Um die Gunst der Menge sorge nicht, noch um das Wort, das über dich fällt — sie sind Wind. Halte, was du selbst geschaffen hast.
Eine Entscheidung, die du allein getroffen hast, gehört dir auf eigentümliche Weise. Du hast etwas abgesagt oder etwas begonnen, und deine Gründe lagen nicht vollständig offen. Andere äußern sich dazu. Einige finden dich mutig, andere leichtsinnig, die meisten haben nach einer Woche keine Meinung mehr dazu.
Das Lob kann dabei ebenso fragwürdig sein wie der Zweifel. Wer dich bestärkt, macht aus deiner Entscheidung etwas, das sich nun bewähren muss. Wer sie kritisiert, verlangt eine Begründung, die du vielleicht gar nicht in Sätze fassen kannst. In beiden Fällen gleitet dir die Entscheidung ein Stück weit aus der Hand.
Sie bei dir zu behalten, heißt nicht, dass sie richtig war, sondern eher, dass du ihre Folgen als deine erkennst: die guten wie die ärgerlichen, ohne sie gegen fremde Urteile aufzurechnen. Wer weiss, ob du sie in einem Jahr noch einmal so treffen würdest. Bis dahin redet kaum noch jemand darüber.