4. Oktober

Heisse jeden Stoss willkommen, der die Glätte der Erde rau macht — jeden Stachel, der dich nicht sitzen und nicht stehen, sondern gehen heisst.

Robert Browning Rabbi Ben Esra (frei übertragen)

Hörmodus

Heisse jeden Stoss willkommen, der die Glätte der Erde rau macht — jeden Stachel, der dich nicht sitzen und nicht stehen, sondern gehen heisst.

Robert Browning

Eine Arbeit, die dir lange schwerfiel, geht dir irgendwann leicht von der Hand. Das ist ein guter Zustand, und du hast ihn dir mühsam erarbeitet. Du weißt, wo die Fehler lauern, und umgehst sie, bevor sie entstehen.

Nach einer Weile meldet sich darin eine leise Unzufriedenheit. Nichts ist misslungen, und gerade das macht sie seltsam. Du könntest sie behandeln wie eine kleine Störung: eine bessere Einteilung, ein freier Nachmittag, und sie verschwindet. Oft funktioniert das sogar.

Schwieriger ist, dass dieses Unbehagen zweierlei bedeuten kann. Manchmal bist du einfach müde. Manchmal bist du in einer Sache angekommen und suchst nichts mehr in ihr. Von innen fühlt sich beides gleich an. Und das Gelingen macht die Unterscheidung nicht leichter, denn es liefert dir jeden Tag einen guten Grund zu bleiben.

Vielleicht stellst du dir eine Frage, die du lange nicht gestellt hast: Was kannst du an dieser Sache noch nicht? Wenn dir nichts einfällt, beruhigt dich das womöglich. Es kann aber auch heißen, dass du schon länger nicht mehr nachgesehen hast.

Anna Atkins, Kalymenia Dubyi, Cyanotypie
Kalymenia Dubyi · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae Mehr über Anna Atkins ›
Anna Atkins, Kalymenia Dubyi, Cyanotypie

Kalymenia Dubyi · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae