27. August
„Lass los, was hinter dir liegt. Lass los, was vor dir liegt. Lass los, was dazwischen ist. Wer mit freiem Herzen hinübergelangt, den fassen Werden und Vergehen nicht mehr.“
Dhammapada, 348 (frei übertragen)
Hörmodus
„Lass los, was hinter dir liegt. Lass los, was vor dir liegt. Lass los, was dazwischen ist. Wer mit freiem Herzen hinübergelangt, den fassen Werden und Vergehen nicht mehr.“
Verzicht und Loslassen sehen von außen ähnlich aus. In beiden Fällen gibst du etwas aus der Hand: eine Hoffnung, einen Groll, einen Plan, an dem du lange festgehalten hast. Worin sie sich unterscheiden, zeigt sich oft erst später.
Worauf du verzichtet hast, das bleibt dir erhalten, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Du weißt genau, wonach du nicht mehr greifst, und manchmal rechnest du nach, was es dich gekostet hat. Der Verzicht führt Buch. Leise macht er dich zu jemandem, der etwas aufgegeben hat.
Beim Loslassen fehlt diese Buchführung. Hinterher ist niemand da, der sich das Opfer gutschreibt. Gerade darin liegt die Schwierigkeit: Du kannst es nicht anstreben, ohne es sofort in einen Verzicht zu verwandeln. Sobald du dich um Gelassenheit bemühst, schaust du dir dabei zu und zählst die Fortschritte.
Vielleicht bemerkst du es nur im Nachhinein. Eine Sache, die dich lange beschäftigt hat, fällt dir eines Tages wieder ein, und du stellst fest, dass du eine ganze Weile nicht an sie gedacht hast. Einen Tag, an dem du das beschlossen hättest, findest du nicht.