25. Juli
Allein im dunklen Bambushain sitz ich und spiele die Laute. Niemand weiß darum — nur der Mond kommt und scheint.
Gedichte (frei übertragen)
Hörmodus
Allein im dunklen Bambushain sitz ich und spiele die Laute. Niemand weiß darum — nur der Mond kommt und scheint.
Manches tust du nur, solange niemand zuhört. Du singst beim Kochen eine Melodie, deren Text du nicht kennst, oder schreibst Sätze, die du nie abschicken wirst. Sobald jemand den Raum betritt, wird deine Stimme leiser. Das liegt nicht nur an Scham. Die Sache wechselt ihre Richtung: Eben war sie an nichts Bestimmtes gerichtet, jetzt soll sie jemandem gefallen.
Ganz ohne Gegenüber ist dieses Tun trotzdem nicht. Du hörst dich selbst, aber nicht wie ein Prüfer. Eher so, wie du einem Geräusch im Haus folgst, ohne es beurteilen zu wollen. Etwas antwortet dir: der Raum, der Klang, der nächste Einfall, der sich aus dem vorigen ergibt.
Schwierig wird es, wenn dir dabei wirklich etwas gelingt. Dann möchtest du es plötzlich doch zeigen. Der Wunsch ist verständlich, und er verdirbt nichts. Nur lässt sich die gelungene Stelle kaum wiederholen, sobald jemand darauf wartet.
Du kannst später davon erzählen. Dann erzählst du von einem Augenblick, in dem du niemanden vermisst hast.