23. Juni
Tausende Dinge dringen in diesem Augenblick auf meine Sinne ein und werden doch nie Teil meines Erlebens. Warum? Weil sie mich nicht angehen. Mein Erleben ist das, worauf zu achten ich einwillige. Nur das Beachtete formt den Geist.
Psychologie (frei übertragen)
Hörmodus
Tausende Dinge dringen in diesem Augenblick auf meine Sinne ein und werden doch nie Teil meines Erlebens. Warum? Weil sie mich nicht angehen. Mein Erleben ist das, worauf zu achten ich einwillige. Nur das Beachtete formt den Geist.
Wenn du mit jemandem über eine gemeinsame Reise sprichst, kann es sein, dass ihr verschiedene Reisen erinnert. Du denkst an den Streit am Bahnhof, der andere an die Bäckerei mit den viel zu süßen Hörnchen. Keiner von euch irrt sich. Ihr wart am selben Ort und habt doch nicht dasselbe mitgenommen.
Du könntest das eine Wahl nennen, nur hast du nicht gewählt. Dass dich der Streit länger beschäftigt hat als das Gebäck, lag an etwas, das schon vor der Reise da war: an dem, was dich gewöhnlich angeht. Diese Zustimmung geschieht früher als jede Entscheidung, und von innen sieht sie aus wie bloßes Wahrnehmen.
Darin liegt die Schwierigkeit. Du kannst dir vornehmen, auf anderes zu achten. Doch was du übersiehst, meldet sich nicht als Versäumnis. Es fehlt einfach, ohne eine Lücke zu hinterlassen.
Manchmal zeigt es dir jemand. Dann fallen dir plötzlich die Hörnchen wieder ein, oder du glaubst es zumindest, und kannst nicht mehr sagen, ob das Bild aus deinem Gedächtnis stammt oder aus seiner Erzählung.