21. April
Vereinfache, vereinfache. Ein Mensch ist reich nach dem Maß der Dinge, die er getrost entbehren kann.
Walden (frei übertragen)
Hörmodus
Vereinfache, vereinfache. Ein Mensch ist reich nach dem Maß der Dinge, die er getrost entbehren kann.
Manches, worauf du verzichtest, beschäftigt dich danach mehr als vorher. Du hast etwas abbestellt, aufgegeben oder nicht gekauft, und nun denkst du an den Verzicht. Er wird zu einem kleinen Besitz, den du pflegst und gelegentlich vorzeigst, wenn auch nur vor dir selbst.
Anders ist es mit Dingen, deren Fehlen dir gar nicht mehr auffällt. Irgendwann merkst du, dass du seit Monaten nicht nach etwas gegriffen hast, das dir früher unentbehrlich schien. Es gab keinen Entschluss, nur eine Gewohnheit, die leise ausgelaufen ist.
Das fühlt sich nach Freiheit an, und oft ist es eine. Aber nicht jedes Bedürfnis, das verschwindet, lässt sich leicht deuten. Manchmal brauchst du etwas nicht mehr, weil du darüber hinausgewachsen bist. Manchmal hast du nur aufgehört, es dir zu wünschen, weil es zu lange unerreichbar war oder dich zu oft enttäuscht hat. Von innen wirken beide Fälle ähnlich ruhig.
Den Unterschied bemerkst du vielleicht erst, wenn dir die Sache unerwartet wieder angeboten wird und du hörst, wie schnell du Nein sagst.