16. April
Wo Hass ist, lass mich Liebe bringen; wo Verletzung, Verzeihung. Denn im Geben empfangen wir, im Verzeihen wird uns verziehen.
Sonnengesang (frei übertragen)
Hörmodus
Wo Hass ist, lass mich Liebe bringen; wo Verletzung, Verzeihung. Denn im Geben empfangen wir, im Verzeihen wird uns verziehen.
Wenn dir jemand eine Kränkung verzeiht, kann das überraschend unbequem sein. Du hattest dir Sätze zurechtgelegt, eine Erklärung, vielleicht ein Angebot, es wiedergutzumachen. Dann sagt die andere Person „Ist schon gut“ und spricht über etwas anderes.
Du bist erleichtert, aber etwas bleibt übrig. Solange du dich noch entschuldigen konntest, lag die Sache in deiner Hand. Du hättest deine Schuld Stück für Stück abtragen können, und am Ende wäre die Rechnung ausgeglichen gewesen. Die Verzeihung macht diese Rechnung überflüssig, bevor du sie bezahlt hast. Sie ist ein Geschenk, und ein Geschenk lässt sich nicht zurückzahlen, ohne es zu beschädigen.
Darum ist Verzeihen manchmal leichter, als Verzeihung anzunehmen. Wer verzeiht, behält eine gewisse Größe. Wenn du sie annimmst, musst du hinnehmen, dass jemand anderes das Ende einer Sache bestimmt, die du selbst verursacht hast. Du stehst danach nicht schuldenfrei da, sondern beschenkt, und das bindet auf andere Weise.
Vielleicht kommst du Tage später noch einmal darauf zurück, und sie winkt wieder ab. Diesmal erklärst du weniger.