13. April

Was Wappen rühmen, was Macht und Schönheit geben, was je der Reichtum schenkte — es harrt derselben Stunde. Die Pfade des Ruhms führen allesamt nur zum Grab.

Thomas Gray Elegie auf einem Landfriedhof (frei übertragen)

Hörmodus

Was Wappen rühmen, was Macht und Schönheit geben, was je der Reichtum schenkte — es harrt derselben Stunde. Die Pfade des Ruhms führen allesamt nur zum Grab.

Thomas Gray

Der Gedanke, dass am Ende alles gleich wird, kommt selten im passenden Moment. Gern meldet er sich, wenn ein anderer gerade etwas erreicht hat: eine Beförderung, ein Haus, einen Namen, der plötzlich überall fällt. Dann fühlt er sich beinahe wie Gerechtigkeit an. Bei deinem eigenen Gelingen hält er sich auffällig zurück.

Dabei unterscheidet er nicht. Was er dem Glanz der anderen abzieht, nimmt er auch dem, woran du hängst: vielleicht einer Arbeit, auf die du stolz bist, oder einem Satz, den dir jemand vor Jahren gesagt hat und den du nicht vergessen willst. Wer die Vergänglichkeit gegen fremden Erfolg ins Feld führt, nimmt ein Werkzeug in die Hand, das sich nicht auf eine Richtung festlegen lässt.

Zum Vergleichen taugt der Gedanke deshalb schlecht. Er sagt nicht, wessen Leben das bessere war. Er sagt nur, dass am Ende niemand die Rechnung prüft. Ob das eine Kränkung ist oder eine Entlastung, hängt davon ab, was du gerade verbuchen wolltest.

Wenn dir das nächste Mal jemand gratuliert, wirst du dich trotzdem freuen. Daran ändert der Gedanke erstaunlich wenig.

Anna Atkins, Bryopsis hypnoides, Cyanotypie
Bryopsis hypnoides · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae Mehr über Anna Atkins ›
Anna Atkins, Bryopsis hypnoides, Cyanotypie

Bryopsis hypnoides · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae