11. April
Einst träumte ich, ein Schmetterling zu sein, froh und leicht. Dann erwachte ich — und war Zhuangzi. Nun weiss ich nicht: Bin ich ein Mensch, der träumte, Schmetterling zu sein, oder ein Schmetterling, der jetzt träumt, Mensch zu sein?
Das wahre Buch vom südlichen Blütenland (frei übertragen)
Hörmodus
Einst träumte ich, ein Schmetterling zu sein, froh und leicht. Dann erwachte ich — und war Zhuangzi. Nun weiss ich nicht: Bin ich ein Mensch, der träumte, Schmetterling zu sein, oder ein Schmetterling, der jetzt träumt, Mensch zu sein?
Nach ein paar Wochen an einem anderen Ort kommst du zurück, und deine Wohnung wirkt seltsam fremd. Die Schlüssel liegen, wo sie immer liegen. Trotzdem sieht alles aus, als hätte hier jemand gelebt, der dir ähnelt. Für ein, zwei Tage hältst du die andere Fassung von dir für die eigentliche: langsamer, neugieriger, weniger beschäftigt.
Dann kommt der Alltag zurück. Nach einer Woche ist die Reise eine schöne Ausnahme, und du bist wieder jemand, der früh aufsteht und weiß, wo die Formulare liegen.
Bemerkenswert ist, dass sich beide Gewissheiten gleich anfühlen. Jeder Zustand hält sich selbst für den normalen und den anderen für die Abweichung. Das Gefühl, ganz bei dir zu sein, begleitet dich in beide, und gerade deshalb kann es zwischen ihnen nicht entscheiden.
Du könntest einen Standpunkt außerhalb suchen, von dem aus sich das klären ließe. Doch auch dieser Versuch fände in einem der beiden Leben statt, an einem bestimmten Tisch, zu einer bestimmten Uhrzeit.
Manchmal, wenn du morgens nach den Schlüsseln greifst, fällt dir die Stille jener Wochen wieder ein. Dann fühlt sie sich nicht wie eine Erinnerung an.