8. April
Was nicht in meiner Macht steht, ist nicht meine Sache. Mein ist einzig, das Rechte zu tun — und den Ausgang der grossen Ordnung zu überlassen, die mich trägt.
Ein Kalender der Weisheit (frei übertragen)
Hörmodus
Was nicht in meiner Macht steht, ist nicht meine Sache. Mein ist einzig, das Rechte zu tun — und den Ausgang der grossen Ordnung zu überlassen, die mich trägt.
Wenn du eine Entschuldigung schreibst, denkst du vermutlich schon an die Antwort. Du stellst dir vor, wie der andere sie liest, und wählst deine Worte so, dass eine Versöhnung möglich bleibt. Dabei gerät leicht ein Satz zu viel über deine damalige Lage hinein und einer zu wenig über das, was du angerichtet hast.
Erst beim zweiten Lesen merkst du, wie sehr der Brief bereits mit dem Ausgang beschäftigt ist. Er bittet nicht nur um Verzeihung, er wirbt um sie. Das ist verständlich. Kaum jemand sagt etwas Schweres, ohne zu hoffen, dass es etwas bewirkt.
Trotzdem wird der Brief anders, wenn du die Antwort für eine Weile beiseitelässt. Du kannst genauer werden, gerade an den Stellen, an denen du schlechter dastehst. Ob er dadurch eher Verzeihung findet, weißt du nicht. Es kann auch umgekehrt kommen.
Ganz gelingt dieses Absehen ohnehin nicht. Du schickst den Brief ab, und in den folgenden Tagen schaust du öfter aufs Telefon, als du zugeben würdest. Was im Brief steht, ist trotzdem das, was geschehen ist.