30. März
Ich diene dir nicht aus Furcht vor Strafe noch aus Verlangen nach Lohn, sondern um deiner selbst willen — weil du bist.
Überlieferte Sprüche und Gebete (frei übertragen)
Hörmodus
Ich diene dir nicht aus Furcht vor Strafe noch aus Verlangen nach Lohn, sondern um deiner selbst willen — weil du bist.
Manchmal freut sich jemand über dich, ohne dass du einen Anlass erkennen kannst. Du hast nichts mitgebracht, wenig erzählt, vielleicht sogar schlechte Laune gehabt. Trotzdem heißt es beim Abschied: Schön, dass du da warst. Du hörst dich etwas antworten wie „Ich war heute keine gute Gesellschaft“, als müsstest du die Rechnung noch berichtigen.
Dieser Reflex verrät etwas. Mit Anerkennung, die du dir verdient hast, kannst du umgehen. Du weißt, wofür sie gilt, und ahnst, wie du sie behältst. Eine Zuneigung, die sich nicht auf Leistungen stützt, kannst du dagegen weder erarbeiten noch absichern. Sie verlangt auch nichts von dir, und gerade deshalb fällt es schwer, sie anzunehmen. Du findest keinen Ansatzpunkt, an dem du selbst etwas dafür tun könntest.
Auch in die andere Richtung ist es nicht leicht zu durchschauen. Wenn du jemanden gern hast, kannst du kaum sagen, wie viel davon an seiner Freundlichkeit hängt, an seinem Witz, an dem, was er dir leichter macht. Ob etwas bliebe, wenn all das wegfiele, erfährst du nicht durch Nachdenken.
Vielleicht erst an einem Tag, an dem er nichts mitbringt, wenig erzählt und schlechte Laune hat – und du dich trotzdem freust, dass er gekommen ist.