26. Februar
In der ruhigen Betrachtung der großen Natur findet der aufgewühlte Geist Frieden; die Ordnung des Ganzen stillt die eigene Unruhe.
Ansichten der Natur (frei übertragen)
Hörmodus
In der ruhigen Betrachtung der großen Natur findet der aufgewühlte Geist Frieden; die Ordnung des Ganzen stillt die eigene Unruhe.
Es gibt eine Beruhigung, die nicht daher kommt, dass sich ein Problem löst, sondern daher, dass es kleiner wird. Du denkst an etwas, das Jahrtausende gedauert hat, an Entfernungen, die du dir nicht mehr vorstellen kannst. Die Sorge, die dich seit dem Morgen beschäftigt, verliert an Gewicht. Gelöst ist sie damit nicht. In diesem Maßstab ist für sie nur kaum noch Platz.
Diese Entlastung ist echt, aber sie hat eine Bedingung. Der Maßstab, der deine Unruhe verkleinert, verkleinert alles andere mit: den Brief, auf den du dich freust, das Versprechen, das du jemandem gegeben hast, den Menschen, um den du dich sorgst. Eine Ordnung, die dich beruhigt, weil sie dich nicht braucht, braucht auch sonst nichts von dir.
Vielleicht hältst du diesen Blick deshalb nie lange aus. Du leihst ihn dir für eine Weile, wie die Aussicht von einem Turm, und steigst dann die Treppe wieder hinunter.
Unten ist die Sorge wieder so groß wie vorher. Der Brief auch.