22. Februar
Wen die Begierde beherrscht, den macht sie zum Narren. Der Verliebte wie der Habsüchtige dient einem Herrn, der niemals satt wird.
Sentenzen (frei übertragen)
Hörmodus
Wen die Begierde beherrscht, den macht sie zum Narren. Der Verliebte wie der Habsüchtige dient einem Herrn, der niemals satt wird.
Wenn du etwas sehr willst, wirst du erstaunlich gut im Begründen. Die Gründe kommen fast von selbst: warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist, warum sich die Ausgabe rechnet, warum eine weitere Nachricht nicht aufdringlich wäre. Jeder Einwand findet rasch seine Antwort.
Diese Leichtigkeit ist auffällig. Bei Fragen, die dir gleichgültig sind, wägst du langsamer ab, lässt Lücken stehen, sagst „kommt drauf an“. Im Wollen dagegen arbeitet dein Verstand wie ein geschickter Anwalt, der seinen Mandanten nicht befragt, sondern verteidigt.
Schwierig wird es, weil sich echte Überzeugung von innen ganz ähnlich anfühlt. Auch wenn etwas wirklich richtig für dich ist, fügen sich die Gründe. Am Gefühl der Gewissheit kannst du beides kaum unterscheiden.
Eher vielleicht an dem, was nach dem Erreichen geschieht. Manche Wünsche geben Ruhe, sobald sie erfüllt sind. Andere halten schon den nächsten Grund bereit, bevor du das Erreichte richtig angesehen hast.
Und der klingt genauso überzeugend wie der erste.