21. Februar

Dem Schicksal entrinnt niemand. Doch ob du das Unabänderliche murrend oder gefasst trägst — das steht bei dir allein.

Publilius Syrus Sinnsprüche (frei übertragen)

Hörmodus

Dem Schicksal entrinnt niemand. Doch ob du das Unabänderliche murrend oder gefasst trägst — das steht bei dir allein.

Publilius Syrus

Ärger über etwas, das sich nicht mehr ändern lässt, hat oft eine erstaunliche Ausdauer. Du erzählst die Sache zum dritten Mal, und jedes Mal klingt sie ein wenig mehr wie ein Einspruch. Als gäbe es irgendwo eine Stelle, die ihn noch prüfen könnte.

Vielleicht liegt darin der eigentliche Sinn des Murrens: Es richtet sich an jemanden. Es hält die Vorstellung wach, dass jemand zuständig ist, dass es anders hätte kommen sollen und deshalb womöglich noch anders werden kann. Solange du klagst, hast du dich nicht abgefunden. Das kann sich anfühlen, als hieltest du zu dem, was du gewollt hattest.

Gefasst zu sein hieße, diese Adresse aufzugeben. Das ist schwerer, als es klingt, denn damit verliert auch der Wunsch seinen Ort. Falsch war er ja nicht. Er hat nur niemanden mehr, an den er sich richten kann.

Manchmal bemerkst du den Übergang erst daran, dass du die Geschichte wieder erzählst und sie kürzer geworden ist. Recht gegeben hat dir niemand. Du wartest nur nicht mehr darauf.

Anna Atkins, Alaria esculenta, Cyanotypie
Alaria esculenta · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae Mehr über Anna Atkins ›
Anna Atkins, Alaria esculenta, Cyanotypie

Alaria esculenta · Anna Atkins, Cyanotypie, 1843–53 · aus Photographs of British Algae