19. Februar
Mein Haus ist Asche, mein Gut dahin, / wo Truhe stand und Tisch. / Und doch — mein Schatz liegt nicht im Rauch, / er liegt, wo Feuer nichts erreicht.
Nach dem Brand unseres Hauses (frei übertragen)
Hörmodus
Mein Haus ist Asche, mein Gut dahin, / wo Truhe stand und Tisch. / Und doch — mein Schatz liegt nicht im Rauch, / er liegt, wo Feuer nichts erreicht.
Wenn dir etwas verloren geht, sagen andere oft schnell, das Wichtigste sei doch geblieben. Meist haben sie recht. Gerade deshalb ist der Satz so schwer zu ertragen. Er überspringt eine Strecke, die du selbst noch nicht gegangen bist.
Denn Dinge sind selten nur Dinge. An einem Gegenstand hängen ein Handgriff, eine Gewohnheit und eine Ordnung, nach der du dich gerichtet hast, ohne es zu merken. Wenn er fehlt, greifst du noch tagelang ins Leere. Was dir abhandengekommen ist, zeigt sich oft erst an diesen Bewegungen und nicht an einer Liste.
Trotzdem kann es geschehen, dass dich irgendwann eine seltsame Leichtigkeit überrascht. Das Verlorene ist dir dann nicht gleichgültig geworden. Eher bemerkst du, dass manches, was dir wichtig ist, nie in einem Gegenstand gewohnt hat. Es war dort nur untergebracht, so wie ein Gast, den du nicht mit dem Zimmer verwechselt hättest, solange es noch stand.
Wenn du darauf kommst, sind es vielleicht dieselben Worte, die dir damals jemand gesagt hat. Nur kommen sie jetzt aus der anderen Richtung.