16. Februar
Willkommen dann, du Stille der Schattenwelt! Zufrieden bin ich: Einmal lebte ich wie die Götter — und mehr bedarf es nicht.
An die Parzen
Hörmodus
Willkommen dann, du Stille der Schattenwelt! Zufrieden bin ich: Einmal lebte ich wie die Götter — und mehr bedarf es nicht.
„Wenn das einmal gelingt, dann ist es gut.“ Solche Sätze sagst du meist, bevor etwas geschieht: vor einer Arbeit, einer Reise, einem Gespräch, das du lange aufgeschoben hast. Der Satz klingt bescheiden, fast wie ein Handel. Nur dieses eine, mehr verlangst du nicht.
Dann gelingt es tatsächlich, und eine Weile stimmt der Satz. Du bist zufrieden, und die Zufriedenheit fühlt sich nicht vorläufig an. Nach einigen Tagen meldet sich trotzdem ein neuer Wunsch, ganz ähnlich gebaut: noch einmal oder ein wenig weiter.
Es liegt nahe, den ersten Satz deshalb für eine Selbsttäuschung zu halten. Vielleicht hat er aber nur etwas anderes gemessen. Er hat nicht behauptet, dass du danach nichts mehr wollen würdest. Er hat behauptet, dass dieses eine seinen Wert nicht erst durch eine Fortsetzung bekommt. Das Gelungene bleibt gelungen, auch wenn dein Verlangen es nicht als Schluss gelten lässt.
Schwieriger ist die umgekehrte Frage: Gibt es etwas, von dem du schon heute sagen könntest, es habe gereicht, selbst wenn nichts mehr folgte? Die Antwort fällt anders aus, je nachdem, ob du sie an einem guten oder an einem müden Abend suchst.