10. Februar
Durch das Tal der Demütigung und den Sumpf der Verzagtheit führt der Pfad. Wer hindurchgeht, verliert nicht den Weg — er ist der Weg.
Die Pilgerreise (frei übertragen)
Hörmodus
Durch das Tal der Demütigung und den Sumpf der Verzagtheit führt der Pfad. Wer hindurchgeht, verliert nicht den Weg — er ist der Weg.
Es gibt Zeiten, in denen du auf die Frage „Und, was machst du gerade?“ keinen guten Satz hast. Du antwortest ausweichend, wechselst das Thema oder nennst etwas, das schon länger nicht mehr stimmt. Die Wochen vergehen trotzdem, nur scheinen sie nirgendwohin zu gehören. Du behandelst sie wie eine Unterbrechung, nach der dein eigentliches Leben weitergehen soll.
Später findet sich meist ein Satz. Es sei eine schwierige Phase gewesen, du habest viel daraus gelernt. Vielleicht stimmt das sogar. Aber der Satz ist glatter als die Zeit, die er beschreibt. Er gibt ihr nachträglich eine Richtung, die sie damals nicht hatte, und macht sie dadurch erträglicher, aber nicht unbedingt verständlicher.
Schwerer ist es, diese Monate als deine gelten zu lassen, ohne sie zu veredeln. Du hast in ihnen gegessen, geschlafen, jemanden angerufen, einiges vermieden. Sie waren kein Umweg und keine Pause von deinem Leben. Du warst dort, so wie du damals warst.
Manchmal fragt dich heute jemand, wie es damals gewesen ist. Du merkst, dass der fertige Satz schon bereitliegt.