5. Februar
Das Leben gleicht einem Würfelspiel: Wie die Würfel fallen, steht nicht bei mir. Aber die gefallenen sorgfältig und kunstgerecht zu setzen — das ist meine Aufgabe.
Unterredungen II,5 (frei übertragen)
Hörmodus
Das Leben gleicht einem Würfelspiel: Wie die Würfel fallen, steht nicht bei mir. Aber die gefallenen sorgfältig und kunstgerecht zu setzen — das ist meine Aufgabe.
Am schwersten zu sortieren sind die Dinge, die du selbst herbeigeführt hast. Ein Zufall, eine Krankheit oder die Entscheidung eines anderen lassen sich irgendwann als gegeben hinnehmen. Bei einer eigenen Zusage, die du heute bereust, gelingt das schlechter. Sie war einmal deine Wahl. Jetzt ist sie eine Lage, in der du dich befindest.
Zwei Haltungen bieten sich an, und beide haben etwas Schiefes. Du kannst die Sache weiter als deinen Fehler behandeln, sie immer wieder durchgehen und fragen, wo du hättest abbiegen müssen. Dann bleibt deine Aufmerksamkeit bei einem Moment, an den du nicht mehr herankommst. Oder du erklärst sie zum Schicksal, das dich nun eben getroffen hat. Das macht den Blick frei, fühlt sich aber an, als würdest du dich aus etwas herausreden.
Vielleicht stimmt beides zur Hälfte. Die Zusage bleibt deine, auch insofern, als niemand außer dir sie jetzt gut erfüllen oder anständig lösen kann. Und doch ist sie nicht mehr dieselbe Entscheidung wie damals, als du noch nicht wusstest, was du heute weißt.
Morgen wird auch das, was du heute daraus machst, schon geschehen sein.