1. Februar
Alles hat seine Zeit: Gebären und Sterben, Pflanzen und Ausreißen, Weinen und Lachen. Wer die Zeit annimmt, findet Frieden unter der Sonne.
Der Prediger – Kohelet (frei übertragen)
Hörmodus
Alles hat seine Zeit: Gebären und Sterben, Pflanzen und Ausreißen, Weinen und Lachen. Wer die Zeit annimmt, findet Frieden unter der Sonne.
Manches endet, ohne dass jemand es beendet. Eine Freundschaft, in der ihr euch früher jede Woche geschrieben habt, kommt inzwischen mit zwei Nachrichten im Jahr aus. Gestritten habt ihr nicht, und keiner hat den anderen enttäuscht. Trotzdem weißt du nicht, ob das eine Pause ist oder schon ein Abschied.
Von innen lässt sich das kaum beantworten. Meldest du dich, zeigt sich vielleicht, dass noch alles da ist. Oder ihr unterhaltet euch höflich über Dinge, die euch beide nicht mehr betreffen. Lässt du es, könnte gerade dein Schweigen entscheiden, was sonst offen geblieben wäre.
Sich in eine Zeit zu fügen, setzt voraus, dass du weißt, welche gerade ist. Oft erkennst du das erst, wenn sie vorüber ist. Bis dahin handelst du in einer Lage, die noch nicht entschieden ist, und auch dein Handeln trägt zu dieser Entscheidung bei.
Vielleicht schreibst du heute. Die Antwort kommt schnell und herzlich und endet mit dem Satz, ihr müsstet euch unbedingt bald sehen. Diesen Satz habt ihr euch schon öfter geschrieben.