Mittwoch, 28. Oktober 2026
Allein das Sittliche ist um seiner selbst willen zu suchen; alles andere hat seinen Wert erst von ihm. Und das Anständige ist nichts Verborgenes — es ist die Tugend, sichtbar geworden im Verhalten.
Von den Pflichten (frei übertragen)
Hörmodus
Allein das Sittliche ist um seiner selbst willen zu suchen; alles andere hat seinen Wert erst von ihm. Und das Anständige ist nichts Verborgenes — es ist die Tugend, sichtbar geworden im Verhalten.
Ob du etwas um seiner selbst willen tust, lässt sich am schwersten sagen, wenn es sich lohnt.
Eine faire Entscheidung bringt dir Vertrauen ein. Ehrlichkeit erspart dir spätere Erklärungen. Es ist nichts Falsches an diesem Nutzen. Aber er verdeckt die Frage, ob du ohne ihn genauso gehandelt hättest.
Deine Gründe kannst du selten vollständig sortieren. Meist liegen mehrere übereinander, und einige davon würdest du lieber nicht zuerst nennen. Eher zeigt sich etwas dort, wo der Vorteil ausbleibt: wenn niemand es bemerkt, wenn es dich etwas kostet oder wenn eine bequemere Lösung keinem erkennbar schaden würde.
Auch dann weißt du nicht sicher, warum du so handelst. Vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht wegen eines Bildes von dir, das du nicht beschädigen willst. Dass du in solchen Lagen überhaupt zögerst, sagt aber schon etwas. Etwas in dir misst die Sache nicht allein daran, was sie einbringt.